Absage

Tut mir leid, dass ich euch so auf die Folter gespannt habe, aber das musste ich erst einmal selbst verarbeiten.

Carlsen sieht das Manuskript nicht in seinem Programm.

Kein schöner Moment. Auch kein schöner Tag. Ich hab geheult, den Mann meines Lebens angerufen, dann meine Freundin Sunny und wieder den Mann meines Lebens. Am Ende des Tages war ich zwar etwas getröstet, aber die Absage ist immer noch eine Absage.

NEIN

Ich hab ernsthaft darüber nachgedacht alles hinzuwerfen. Die ganze beschissene, enttäuschende Schreiberei. Von jetzt auf gleich hat es mir den oft zitierten Boden unter den Füßen weggezogen.

Ich meine, es ist nicht die erste Absage (zu den kleineren und größeren Verlagslieben vor CARLSEN wollte ich in den nächsten Wochen etwas posten — ich hab eine ganze Liste mit Themen über die ich noch posten wollte).
Aber der Grund, den CARLSEN anführt, ist etwas, was ich so ähnlich schon mal in einer anderen Absage gelesen habe. Man könnte es mit dem Wort „Altersungenauigkeit“ beschreiben. Steht so ein Bisschen unter den Oberbegriffen „Genre“ und „Zielgruppe“ (auch ein Punkt auf meiner Posting-Themen-Liste).

Wenn mehrere Leute dasselbe sagen und damit auch noch einen Punkt ansprechen in dem man selber eine Schwachstelle wahrnimmt, kann man wohl davon ausgehen, dass es auch tatsächlich an dieser Stelle ein Problem gibt.

Ich arbeite seit 2009 an dieser Geschichte. Ich hab sie 2012 zum ersten Mal einem Verlag angeboten und hatte nach der Absage dass Glück eine halbe Stunde lang mit dem Lektor darüber sprechen zu können, warum er es abgelehnt hat. Daraufhin, habe ich die Geschichte ganz neu aufgesetzt. Neu strukturiert, neu geplottet, vom ersten bis zum letzten Wort neu geschrieben. Jetzt haben wir 2017 und der Text hat immer noch so große Schwachstellen, dass ich von allen Seiten höre: „Sie schreiben gut. Gefällt uns vom Prinzip her. Aber so können wir es nicht nehmen.“

Das ist so UNGLAUBLICH frustrierend, dass könnt ihr euch gar nicht vorstellen!

Enttäuschung, Traurigkeit, Frust und auch Wut.

Ich hab so viel Arbeit und so viel Herzblut in diese Geschichte gesteckt und es war alles für den Sack! Nicht gut genug. NEIN. Kein Buch … Was für eine Scheiße!

Und dann der Blog. Da steht CARLSEN obendrüber! Das ganze Ding ist so eng mit dem Manuskript verbunden, was soll das noch? Ich schreibe diesen Blog hier jetzt seit fünf Wochen. Pisselige fünf Wochen und schon ist alles vorbei!

Der nächste Post hätte den Titel „Netzwerken wie die Wilde Wutz“ getragen und wäre ein Bericht von der Front gewesen. Was im Hintergrund alles läuft, dass ich den TEMPEST Newsletter und die Zeitschrift Federwelt kontaktiert habe und was für die nächsten Monate geplant war …

Vielleicht hab ich mich mit dem Manuskript verrannt. Vielleicht sollte ich es in die Schublade legen und etwas für Erwachsene schreiben. Da gibt’s das Problem mit der „Altersungenauigkeit“ nicht. Eine Idee hätte ich auch dazu. Und Bloggen könnte ich darüber genauso. Ein neues Projekt eben.

Aber seien wir mal ehrlich, ich hab acht Jahre Arbeit in diese Geschichte gesteckt. Acht Jahre, in denen ich noch kein Kind hatte. So viel Zeit wie damals hab ich jetzt nicht mehr. Und ich habe vor allem nicht mehr die Energie mich auf ein Projekt einzulassen, dass wieder mindestens drei — mit Kind vielleicht neun oder zehn — Jahre braucht und mit genauso viel Frustration enden könnte.

Also ist das das Ende hier?

Ich hab erstmal meine Koffer gepackt und bin mit dem Mann meines Lebens und dem Löwenmädchen in den Urlaub gefahren. Der war eh geplant, gottseidank schon gebucht, und kam genau zum richtigen Zeitpunkt.

Durchatmen, sich mit etwas Anderem beschäftigen, einfach raus und den Kopf frei bekommen. Dann stundenlang mit dem Frogmaster und der Drachenlady reden. In Ruhe nachdenken …

Jetzt bin ich wieder zurück und nein, es ist nicht das Ende.

Jasmin ohne die Schreiberei, das geht nicht. Einfach undenkbar. Texte, Geschichten und der Ausdruck über das geschriebene Wort sind Teil meiner Persönlichkeit. Sie werden sich immer auf die eine oder andere Weise in meinem Leben bemerkbar machen. Da wird sich ein Weg finden.

Wie es genau weiter gehen soll, weiß ich allerdings noch nicht. Am besten wohl erst einmal in kleinen Schritten.

Ich hab das Bloggen genossen, in den letzten Wochen. Dass es mir so viel Spaß machen würde, hab ich vorher nicht geglaubt. Naiver Weise hatte ich angenommen, es wäre bestimmt „ganz nett“. Aber jetzt sitze ich hier und möchte den Blog weiter führen.

Wie, muss ich allerdings noch entscheiden. Soll ich ihn umbenennen? Wie könnte/müsste er dann heißen. Was bekommt er für einen Schwerpunkt? Kann das einfach so weiter gehen, für mich und für euch?

Ich weiß das alles noch nicht. Fürs erste, wird es hier nur noch einmal die Woche einen neuen Post geben. Ich verspreche ich halte euch auf dem Laufenden, wie sich die Dinge weiter entwickeln und was ich beschließe.

Und eines möchte ich noch sagen:

Ganz Lieben Dank, an euch alle da draußen, die ihr hier mitgelesen und mir die Daumen gedrückt habt. Das bedeutet mir wirklich viel.

 

Wenn ihr mögt:

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