Den Doppelten Tod überlebt

Ich bin noch da! Keiner ist gestorben, zumindest keiner aus meinem näheren Bekanntenkreis. Alles ist gut. Erinnert ihr euch, dass ich letztes Jahr zwei Tarotkarten gezogen habe und beide den Tod zeigten?

Nur, um das noch mal deutlich zu sagen: Ich glaube nicht, dass man mit Tarotkarten die Zukunft voraussagen kann, aber ich glaube dass sie einem helfen können mit dem eigenen Unterbewusstsein in Kontakt zu treten. Manchmal ist das sehr hilfreich, zuweilen sogar richtiggehend erlösend. Aber da unten im Unterbewusstsein hängen auch die ganzen Ängste und Befürchtungen ab, die man so mit sich rum schleppt. Ihr könnt euch also vorstellen, wer sich zuerst meldet, wenn man auf zwei Karten guckt, die beide den Tod zeigen.

Tatsächlich war das letzte Jahr keineswegs negativ, sondern ziemlich ereignisreich. Die Todeskarte steht im Tarot für ein natürliches Ende, und zwar nicht im Besonderen von Personen, sondern auch von allen Lebensweisen und Verhältnissen, die überholt sind oder zu einem Abschluss kommen … Also reicht jetzt, ne?! Is gut!

Es ist wirklich so einiges „zuende gegangen“. Ich esse seit dem Frühling kein Fleisch mehr und habe mich offiziell in die Gruppe der Vegetarier eingereiht. Mein altes Arbeitsverhältnis ist gekündigt und vorbei und ich werde damit wohl nicht nur diese Firma, sondern den gesamten Bereich IT verlassen und mich ganz dem Texten und Schreiben zuwenden. Auch im privaten Bereich sind einige Stressphasen und Probleme aus der Welt geräumt, mit denen ich mich längere Zeit herumgeplagt habe. In unser kleines Häuschen ist mehr Ruhe und Entspannung eingekehrt und das genieße ich sehr.

Dinge, die sich schon seit Längerem entwickelt und angekündigt haben, haben dieses Jahr ineinandergegriffen und ein stabiles Ganzes ergeben. Spannend, oder? So viel neue Entwicklung bei zwei Todeskarten.

Ich musste mich in den letzten Monaten sehr oft meinen Ängsten stellen. Der Angst meine Lieben zu verlieren, der Angst um mein eigenes Leben, der Angst vor Veränderungen und der Angst vor unsicheren Neuanfängen. Aber das hat auch meine Entscheidungen gefestigt. Es hat mir sehr klar gezeigt, was mir wichtig ist, was weg muss um mehr Platz für die bedeutungsvollen Elemente zu schaffen und wohin ich meine Wege lenken möchte.

Ich fühl mich schon wieder wie eine meiner Romanfiguren. Diesmal eine, die erfolgreich eine Aufgabe gemeistert hat (Pling! Zeit für ein paar Schulterstreifen, oder vielleicht einen hübschen Button?). Es gibt noch viel zu tun, aber die erste Hürde ist geschafft.

Meiner Schreiberei haben die beiden Todeskarten in jedem Fall gutgetan. Dieses Lebensjahr war so, wie man es schreiben sollte. Ganz dicht dran an Herz- und Schmerzpunkten.

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