DSGVO vs. Schattenhai

Schockstarre! Anders kann ich es nicht beschreiben. In den letzten zwei Monaten hab ich die Luft angehalten und mich ganz klein gemacht. Worte wie „Pseudonymisierung“, „Auftragsverarbeitungsvertrag“ und „Third-Party-Cookies“ flogen über meinen Kopf hinweg. Dazu immer wieder “Datenschutz-Grundverordnung” (kurz DSGVO). Es wurde von Strafen in Höhe von mindestens 5000 oder 6000 Euro gesprochen. Auch für kleine Blogbetreiber!

„Onkel Vernon, der ganz blass geworden war, flüsterte etwas, das sich anhörte wie »Mimbelwimbel«.“ – Harry Potter und der Stein der Weisen, Seite 58

„Mimelwimbel“, oder „Aaarrrrg!“, oder „Kann mir bitte endlich einer erklären, was ich genau machen soll?!“ … irgendetwas in der Art habe ich wohl von mir gegeben.

Ich hab Bekannte gefragt, Google, meine Bloggerkollegen, jeden der irgendwie Ahnung von der Materie hatte und alle zuckten nur mit den Schultern und schüttelten den Kopf. „Also, was genau und wie und überhaupt … so im Detail … ich würde sagen: Das hängt davon ab!“

Ja wie jetzt?!

Ich hab überhaupt nichts dagegen für den Schutz der Daten meiner Blogleser verantwortlich zu sein und über alles genau zu informieren. Aber sagt mir doch bitte, wie das auszusehen hat. Welche Maßnahmen muss ich ergreifen und wie wird das Ganze dann richtig in „Juristensprech“ in der Datenschutzerklärung formuliert? Ich war ernsthaft kurz davor den Blog dicht zu machen.

Gerettet hat ihn:  der “Schattenhai”

Besagter Hai war früher mal ein „Sockenhai“ und kommt ursprünglich aus dem Duisburger Zoo. Dort im Zooladen hab ich ihn gekauft und dem Mann meines Lebens geschenkt. Sehr zum Missfallen unsere beiden Katzen zuhause. Nach einer ziemlich deutlichen Demonstration der Revierverhältnisse in unserer Wohnung (und einer Not-OP am Hai) ist letzterer dann in die Sockenschublade eingezogen (mit etwas weniger Füllwatte, aber einer schicken neuen Naht). Warum grade die Sockenschublade, weiß heute keiner mehr.

Und was hat das mit der DSGVO zu tun? Kommt gleich. Ich muss erst noch erklären, warum ein Plüschhai aus einer Sockenschublade zu „dem Schattenhai“ wurde.

Da kommt nämlich das Löwenmädchen ins Spiel. Das hat, genau wie andere Kinder in ihrem Alter, ab und an Angst vor Monstern oder ähnlich schrecklichen Dingen. Vor etwa einem Jahr waren es Schatten. Es half nichts, weder der Umzug in Mamas und Papas Bett, noch das Licht anzulassen, noch das Mama zum Einschlafen bei ihr blieb … das Löwenmädchen hatte immer noch Angst.

Also bin ich nochmal aufgestanden und hab überall nachgeguckt. Unterm Bett waren keine Schatten, im Nachtisch nicht und im Schrank auch nicht. Aber da, in der Sockenschublade grinste mich der Plüschhai an. Mit einer schönen, spitzen Reihe von Plüschzähnen.
An dem Abend hat der Hai alle Schatten gefressen und danach im Arm des Löwenmädchens Wache gehalten (klar haben beide selig geschlafen, diese Nacht und alle folgenden).

So ist das manchmal. Da machen einen die Schatten oder die DSGVO fertig und dann braucht man einen Hai. Und Gott sei Dank haben wir davon ein paar.

Als ich vor drei Wochen zur Schlafenszeit auf der Suche nach dem Schattenhai war, hatte ich spontan ein Bild vor Augen: Unseren Anwalt, wie ich ihm ein Abmahnschreiben hinhalte und er grinst. Er hatte so ein Glühen in den Augen — Ja „Glühen“, nicht „Funkeln“ — und grinste genau wie der Schattenhai, mit mehr Zähnen als Humor.

Und das war es. Dieser „dann kommt doch und versucht es”-Gedanke. Damit hab ich mich dann an den Kram gesetzt und es doch noch zusammengekriegt. Aber ehrlich, es war ein Krampf! Ich möchte nie wieder etwas mit juristischem Kram oder Texten zu tun haben! Bäh!

An dieser Stelle jedenfalls einen ganz, ganz lieben Dank an JayDecay (für Unterstützung und Recherche), den Mann meines Lebens (für Unterstützung und technische Umsetzung), die Leute der Dr. Schwenke Rechtsanwaltskanzlei (für ihren Generator) und meinen ganz persönlichen Lieblingsanwalt: David Bleikamp (für Unterstützung und Kampfgeist).

Auch einen lieben Dank an euch Leser da draußen. Ihr musstet jetzt wirklich lange auf einen neuen Beitrag warten. Ich revanchiere mich in den kommenden 14 Tagen mit zwei weiteren Beiträgen. Versprochen.

Bleibt abschließend zu sagen:

Blog-Team: 1, DSGVO: 0!

 

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