Über das Bloggen und die Verbundenheit

Entschuldigt Leute, ich hatte letzte Woche nicht einen einzigen Post für euch. Es gab einfach zuviel Trubel und deutlich zu viele grippale Infekte bei uns. Aber da bin ich wieder und auch noch gleich mit einem tiefgründigen Thema…

Es gibt so Tage, an denen habe ich das Gefühl, ganz allein auf verlorenem Posten zu kämpfen. Trotz Familie, Freundeskreis, Arbeitskollegen und all den anderen Menschen die nur eine Schreibtischbreite, ein Zimmer, ein „Hallo“, einen Telefonanruf, oder eine whatsapp weit entfernt sind.
Dieselbe Situation wie gestern, dasselbe Leben. Gestern war‘s noch herrlich, oder zumindest trubelig und erfüllt. Heute ist es … grau? Leer?

Ich weiß nicht wie das passiert, aber irgendwie scheine ich die Verbindung zu verlieren. So fühlt es sich zumindest an. Als wär alles Schöne und Wichtige grade mal nicht erreichbar. Die Menschen eine Handbreit zu weit weg.

Aber es sind gar nicht die Andern. Diejenige, die irgendwie verrutscht ist, bin ich selbst. Das ist mir letztens aufgegangen und zwar durchs Bloggen. Ziemlich spannende Erfahrung.
Es hilft nämlich, das Bloggen. Seitdem ich diesen Blog schreibe, mache ich genau das, wenn ich mich allein auf weitem Posten fühle: Einen Blog-Eintrag schreiben.

Ich meine, dass Schreiben hilft, ist für mich grundsätzlich nichts Neues. Ich schreibe Listen über Listen (um nichts zu vergessen oder Vor- und Nachteile abzuwägen), Seitenweise alles das runter, was mir grade im Kopf rumgeht (nur um selbigen wieder zur Ruhe zu bringen), und über Monate und Jahre hinweg ganze Roman-Manuskripte (nur weil es Spaß macht und ich mich dabei glücklich fühle).

Aber das es ganz konkret Hilft, wenn ich einen Blog-Eintrag schreibe, das ist neu.

Das hat mich nicht nur irritiert, sondern sogar ein wenig fertig gemacht. Für mich war Bloggen nichts anderes als Selbstdarstellung. Vielleicht könnte man sagen, persönliches Marketing? Und natürlich die Möglichkeit sich mit dem zu beschäftigen, was man mag, oder was einem wichtig ist.

Was mache ich denn schließlich hier? Ich sitze alleine vor meinem Monitor, führe einen Monolog und schicke ihn euch dann raus ins große weite Netz. Mit richtiger zwischenmenschlicher Kommunikation hat das nichts zu tun.

Warum fühle ich mich also wieder verbunden, wenn ich Blogge?
Die Antwort liegt in den zwei, oben gefallenen Wörtern „wichtig“ und „Monolog“. Nein, nicht IN den Wörtern, ganz kurz DANEBEN. Sie kreist so darum herum.

Ich beschäftige mich hier beim Bloggen mit dem Schreiben an sich und mit meinem Buchprojekt. Beides ist mir WICHTIG. Beides ist MIR wichtig.

Hier geht es nicht um Aufgaben, Anforderungen, oder Probleme. Nicht um den Alltag und all seine Dringlichkeiten und anderen Menschen. Hier geht es ganz konkret um mich. Darüber, dass das Schreiben ein Stück von mir ausmacht und dass das Buchprojekt mein ganz persönlicher Traum ist. Ich schreibe und werde ruhiger und ich finde dabei zu meinen Bedeutungen und Prioritäten zurück. Die verrutschte Jasmin, rückt wieder auf ihren Platz zurück. Und schon ist auch alles andere wieder da.

Und der Monolog? Tja, der ist gar keiner. Eigentlich rede ich hier nämlich mit mir selbst. Nicht dass ich plappernd vor dem Monitor sitze. Nein, nicht so. Ich versuche herauszufinden, worüber ich schreiben möchte, was mich beschäftigt und was ich euch da draußen von mir erzählen will. Vielleicht sogar, was nicht. Das ist sehr wohl eine Art von Kommunikation. Eine mit mir selbst. Mehr Dialog statt Monolog.
Ich nehme wieder Verbindung zu mir selbst auf und finde dadurch auch die Verbindung zu euch wieder.

All ihr Blogger da draußen, geht euch das genauso?
Geht es gar nicht so sehr um die Selbstdarstellung, sondern viel mehr um die Verbindung?

Um die Verbindung zu den Themen, die wir lieben, die Verbindung zu uns selbst und darüber hinaus dann die Verbindung zu all den Menschen, die unsere großen Lieben und Wünsche teilen?

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