Verlagsverführung – Normseiten, Doppel-D und Speed Dates

Ok, also wie soll das Ganze jetzt laufen? Wie macht man das, einen Verlag verführen?

Grundsätzlich trifft man Verlage ja nun nicht an jeder Bushaltestelle. Die Möglichkeiten mit einem in Kontakt zu kommen sind begrenzt und sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit kann man als Neuling auch nicht erwarten.

Das erinnert mich stark an ein Speed Date: Der Nächste *tick tack* wer bist denn du?

Aus Spaß mag das ja mal ganz spannend sein. Aber wenn einem die Sache ernst ist, man seinen Favoriten vorher schon ausgemacht hat und jetzt unbedingt ein weiteres Date herausschlagen will, ist das eine echt blöde Situation. Nur eingeschränkte Möglichkeiten und zu hoher Druck.

Wenn man sich im Internet nach Hilfe zum Thema „Wie trete ich an einen Verlag heran?“ umsieht, springt einem neben der Antwort „schriftlich“ als Erstes das Wort „Normseite“ ins Gesicht. Es wird mit solchem Nachdruck präsentiert, man könnte wirklich glauben, dass es sich dabei um das Doppel-D der Schreiberwelt handelt (die BH-Größe, nicht das Autokennzeichen von Dresden).

Ich persönlich komm da nicht mit.

Zum einen finde ich es selbstverständlich, dass ich mich vorher erkundige, wie meine Texte formatiert sein sollen. Ich frag ja auch, in was für ein Restaurant wir gehen und bringe Stunden mit der Auswahl des passenden Outfits zu. Zum anderen hat die Normseite nichts damit zu tun, ob man beim Verlag gut ankommt. Wie der Name schon sagt, sorgt sie dafür, dass alle gleich aussehen. Das ist notwendig aber überhaupt nicht sexy!

Viel wichtiger als die Formatierung sind meiner Meinung nach die Inhalte. Die können gar nicht kreativ genug sein. Und damit wären wir dann bei Teasern, Exposés, Klappentexten und Leseproben angelangt.

Been there, done that! Englisch für: Hab ich auch schon durch.

Ich hab so lange über den Texten für mein Exposé, das Anschreiben und den Teaser gebrütet, dass mir meine Apotheke ein vergünstigtes Abonnement für Kopfschmerztabletten angeboten hat. Die freuen sich jedes Mal, wenn sie mich sehen.

Zum Teaser habe ich hier schon etwas gepostet. Das Anschreiben ist einfach daran angelehnt. Mein Exposé ist das Beste, das ich zusammen bekomme, aber gut finde ich es trotzdem nicht. Die Geschichte ist auf ca. 300 Seiten ausgelegt, in Worten DREIHUNDERT. Den Inhalt auf 4 Seiten zusammenzufassen und dabei spannender zu klingen, als mein erster Aufsatz aus der dritten Klasse … das ist der Endgegner!

Bringen wir das ganze mal auf den Punkt:

Wenn ihr von mir eine Erleuchtung zu diesen Themen erwartet habt, dann muss ich euch leider enttäuschen. Da draußen in den unendlichen Weiten des Internets gibt es mehr Ratgeber zum Thema Schreiben, Exposés und Anschreiben an Verlage, als ich zählen kann. Aber dieser Blog ist keiner.

Dieser Blog ist mein Versuch CARLSEN von meiner Kreativität und meinem Autoren-Potential zu überzeugen. Ein konkretes Beispiel für Medienpräsenz, Flexibilität und Vermarktbarkeit dieser einen speziellen Autorin. Er soll, zusammen mit meinem Manuskript, ein Gesamtpaket bilden, auf das sich CARLSEN gerne einlässt (nicht unbedingt der Blog selber, aber das, wofür er steht).

Das ist meine Idee. Ob das so funktioniert, ob CARLSEN es gut findet, ob das überhaupt das ist, was der Verlag will … ich hab keine Ahnung!

Ich bin auch nur eine von euch. Ich erzähle hier, was ich ausprobiere, worüber ich nachdenke und was ich lerne.

Vielleicht bringt euch das selber auf eine Idee. Vielleicht wollt ihr mir von euren Versuchen und Gedanken erzählen (im Kommentar oder per Email) und wir kommen zusammen ein Stück weiter. Das würde mich freuen.

Ihr seid herzlich eingeladen hier mitzulesen, mitzuleiden, mitzufiebern und mitzulachen. Ob ihr euch selber für die Schreiberei oder Bücher interessiert, oder nicht. Ob ihr selbst einen großen Lebenstraum habt, oder auf der Suche seid, das ist völlig egal. Ihr könnt hier dabei sein.

Von Herzen gern

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