Wie Gekröse einen glücklich machen kann

Endlich ist mein anglophiles Gehirn mal von Vorteil!
Ich hab ein neues Lieblingsbuch. Ach, was sage ich, ich LIEBE LIEBE LIEBE dieses Buch. Es ist wie ein Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk auf einmal und das mitten im Sommer (würde ich tendenziell dazu neigen durch die Gegend zu hüpfen, würde ich es JETZT tun)!

Jedenfalls gibt es dieses Buch nicht auf Deutsch und ich bin froh, dass mein (neuerdings) Lieblingsgehirn überhaupt kein Problem mit der englischen Sprache hat. Ich spreche von „The Anatom Of Story“ von John Truby.

Wisst ihr noch, wie ich jedes Mal über die Prämisse nachgegrübelt habe? Vergesst es! Eine einzige Prämisse? Ha!

Prämisse, Designprinzip, zentraler Konflikt, Ursache und Effekt … für alles einen Satz und alles an seinem Platz. Mir geht das Herz auf!

Ernsthaft, jetzt macht das viel mehr Sinn. Ich hab vorher versucht, all diese verschiednen Aspekte in einen einzigen Satz zu packen und dann Szenen und Kapitel daran auszurichten. Natürlich hat das ab und an gehakt und lief nicht richtig rund.

Ich hab auch nie verstanden, wie man Spaß daran haben kann menschliche Körper aufzuschneiden und sich die Eingeweide anzugucken, aber Story-Gekröse ist genau mein Ding! Charaktere vernetzen, psychologische und moralische Schwächen finden, Szenen verweben, Rubys Thesen an meinem Text überprüfen und feststellen, dass das Ganze viel mehr Sinn macht, wenn man  … diese eine Szene lieber dort drüben spielen lässt und den Antagonisten noch ein wenig mehr hier rüber rückt.

Einfach herrlich!

Ihr findet das vielleicht schrecklich trocken, aber ich hab so viel Spaß, wie meine dreijährige Tochter mit ihrem neuen Planschbecken. Ok, fast so viel. Ich laufe nicht durch den Garten und brülle begeistert „nackelich!“. Bei mir sieht das so aus:

Ich hab immer schon Fachbücher übers Schreiben gefuttert, wie andere Leute Currywurst Pommes, aber das hier hab ich förmlich inhaliert.

Letzten September habe ich euch erzählt, dass mein Schreiberherz ein romantisches ist und ich davon träume wirklich gute Geschichten zu schreiben (doppelt Currywurst Pommes mit extra Mayo). Ich glaube immer noch fest daran, dass ein guter Schriftsteller in erster Linie ein guter Geschichtenerzähler sein muss. John Truby bringt das Geschichtenerzählen für mich auf den Punkt.

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, bin ich begeistert und ich hatte in den letzten Tagen eine Erleuchtung nach der anderen.

Leute, das wird gut!

 

 

2 Gedanken zu „Wie Gekröse einen glücklich machen kann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.